22. Juni 2016

Verrückter Wal

 
Wale find ich irgendwie einfach gut. Nichtmal so sehr als Tier sondern eher als Kunstobjekt. Ich mag sie als Poster, Illustrationen und gerne auch als witzige Figürchen. Als ich bei pinterest ein Bild von einer Wal-Buchstütze von meinem Lieblingsladen Anthropologie entdeckte, war ich hin und weg...leider natürlich ausverkauft und wenn, wäre es für mich persönlich unsinnig für eine Buchstütze soviel Knete rauszuhauen.

Gut, dass ich beim Aufräumen im Speicher noch eine unbenutzte Packung Modelliermasse gefunden habe. Da dachte ich mir...Wal kneten kann ja nicht so schwer sein. Das versuch ich jetzt einfach mal.

Ich hab mir also ein Gerüst aus Alufolie gebastelt. Einfach nur um Knete zu sparen. (Ich hatte ja nur die eine Packung*g*)



Und dann hab ich das Ganze schön umhüllt. Ich hab mich bemüht es ordentlich zu machen aber im Kneten und Formen war ich nie besonders gut, da müsst ihr nur mal meine Kunstlehrerin fragen. Ich habe übrigens lufttrocknende Masse verwendet. Ich glaube, sogar ne ganz Günstige aus dem Tedi.

Das Ganze hab ich, nach dem Trocknen, mit Acryllack bemalt und Voilà...da ist er, mein Buchstützen-Wal.
Er ist zwar nicht so richtig doll schwer, denn wenn die Masse austrocknet wird sie leichter und sieht eher aus wie Pappmaché aber für Bücher hält es sehr gut.




Ich find ihn total witzig. Okay, er ist nicht so schön glatt, wie das Original aber dafür eben mit Selbstmachcharakter.... und ein bißchen Charakter schadet ja nicht *g*.



18. Juni 2016

Die kleinen Dinge im Leben





Ich hab in letzter Zeit sehr viel über meine Kindheit nachgedacht. Vielleicht habt ihr das schon gemerkt, weil ich euch ja auch seit einigen Posts immer wieder davon erzählt hab. Solche Phasen hab ich öfter. Vielleicht jetzt mehr denn je, weil wir bald selbst gerne Zuwachs hätten.  
Ich denke gerne zurück, denn es war eine tolle Zeit. Dieses Gefühl  einfach behütet zu sein, aufgefangen zu werden, wenn man mal etwas falsch gemacht hat und komplett im Jetzt zu leben, Dinge mit so viel Neugier aufzusaugen, ist als Erwachsener, der schon viel gesehen und gehört, – erlebt hat -  hat gar nicht mehr so einfach zu haben.
Ich bewundere das jedenfalls bei den Kindern in meiner Klasse - mit wie viel Selbstverständlichkeit Dinge hinterfragt werden und wie unglaublich glücklich kleine Sachen machen.
Es ist zwar ziemlich materiell gesehen aber mich haben meine Kleinigkeiten, meine Schätze aus meiner Kindheit, schon immer sehr glücklich gemacht. Dinge eben, die einem viel bedeuten. Das liegt nicht an dem eigentlichen Wert der Dinge. Die meisten Sachen, die ich besitze sind überhaupt nichts wert aber wertvoll.










Der Pullover, den ich getragen habe, nachdem ich beim Schwimmen das erste Mal alleine eine Medaille geholt hatte.  Die getrockneten Blumen, die in meinem ersten Strauß waren, den ich von meinem Mann geschenkt bekam. Der rosafarbene Porzellanelefant, indem ich schon als kleines Mädchen meine Pfennige sammelte um sie dann für Panini-Klebebildchen auszugeben. Die Spieldose, die ich an meinem 18ten Geburtstag bekam - sie war ein Erbstück meiner Patentante, die leider gestorben ist, als ich zwei war. Das Engel-Poster, das ich in Florenz auf der Abi-abschlussfahrt gekauft hab. Das Windspiel, der erste Gegenstand den ich hier im Norden, damals in einer fremden Stadt, für eine komplett leere Wohnung,  erstanden hab. Die hölzerne Buntstiftbox einer alten Nachbarin meiner Oma, die auch Künstlerin war. Die Lackbildersammlung meiner Mutter, in der blauen ovalen Dose mit dem Spitzenrand. Die goldene Uhr meines Opas. Die Märchenbücher meiner Oma… ich könnte stundenlang weitermachen. Ich glaube aber, ihr wisst, was ich sagen will. Jeder hat diese kleinen unbedeutenden Dinge, die aber für Einen selbst die Welt bedeuten. Die Einem das Gefühl von Geborgenheit geben.








Und das ist genau der Grund, warum ihr euch schon wieder Bilder von meinem Zimmer ansehen dürft. Ihr schlagt euch sicher grade an die Stirn und denkt: „Wie oft räumt diese Frau eigentlich um? Hat die zu viel Zeit, oder was?“ Und vor allen Dingen „Wie oft will sie sich denn noch verändern?“
Beide Fragen kann ich aus tiefstem Herzen mit: “Ich habe keine Ahnung.“ beantworten. Warum und wieso – das will ich aber gerne verraten.














Wir alle haben die Momente in unserem Leben, wo alles drunter und drüber geht. Manchmal merkt man uns das an, weil es äußerlich ist, aber manchmal, ist es still und leise in uns drin.  Der Grund dafür kann viele Gesichter haben. Bei mir persönlich, das verrate ich euch jetzt ganz ehrlich, ist es einfach ein Knick. Eine Macke in mir. Nach der Hochzeit, für die ich mich ja ein halbes Jahr aufgerissen habe (das Los, wenn man wirklich alles selber machen will), ist es einfach eine innere Leere. Man kann auf nichts so Schönes mehr hinarbeiten. Dazu kommt die viele Arbeit, die liegengeblieben ist. Der Garten – ohje -  der seit dem Herbst lang brachlag. Der tägliche Terror, wie ich es nenne – aufräumen,  bügeln, einkaufen, waschen, putzen – und wenn man hinten fertig ist, kann man vorne wieder anfangen. Der Wunsch, eine Familie zu gründen und die Angst dabei… kann ich das schaffen, kriege ich das hin? Dazu kämpfe ich wieder mit meiner Gesundheit, was mich grade wohl am meisten belastet. Ich denke, Jeder von euch kann das verstehen, weil es genau diese einfachen Dinge sind, die uns alle in unserem Leben mal geärgert haben oder es grade tun.
 







Einen Gang runterschalten. Dinge tun, die einen glücklich machen – das ist in unseren hektischen Leben heutzutage gar nicht so einfach. Deshalb habe ich beschlossen, das, was mir guttut, das was ich liebe und immer geliebt habe, wieder näher an mich ranzuholen. Ich glaube, dass seht ihr auch in letzter Zeit an meinen Zeichnungen. All das Schicke, das Moderne ist zwar cool und trendy aber es macht mich grade nicht glücklich. Und ich bin wie jeder Mensch auf dieser Welt, ich möchte ganz banal, einfach glücklich sein. 







Und was einen glücklich macht, das wissen wir alle, ist heute das und morgen vielleicht schon wieder etwas Anderes. Wie sagte schon Konfuzuis: „Wer ständig glücklich sein möchte, muss sich oft verändern.“  Aber um dagegen zu halten -  Francoise Sagan drückte es ganz treffend aus: „ Man weiß selten, was Glück ist aber man weiß meistens, was Glück war.“ 








Und so krame und sortiere ich ein bißchen um mich rum. Ich kann mir keinen Kuss von meinem Mann an die Wand hängen aber das Kinoticket, von dem Abend, als wir uns das erste Mal geküsst haben. ( Das war übrigens I am Legend) Das anzusehen, macht mich immer noch happy.