21. April 2016

Ein Leben nach Maß?

Es ist schon schwer genau zu deffinieren, wer man ist.
Als ich klein, oder kleiner war, da hab ich mir immer bestimmte Vorstellungen vom Leben -  und ganz speziell meinem Leben - gemacht. In dem Alter hast du dass, dann machst du das und dann das. Schritt für Schritt hab ich über Jahre hinweg, die Zukunft in meinem Kopf geplant.
Das das unrealistisch ist, bemerkt man spätestens, wenn von vorneherein Alles anders läuft und dann gewisse Dinge Andere nach sich ziehen und man plötzlich das Leben eines Menschen führt, den man gar nicht kennt. „Das hab ich mir aber anders vorgestellt.“
 




Mein Leben befindet sich grade im Umbruch und das sind die Gedanken, die mich beschäftigen. Wie bin ich, was macht mich aus, was will ich noch erreichen und wohin führt das?

In den letzten Jahren hatte ich oft das Gefühl, nicht angekommen zu sein. Nicht ich zu sein. Mich immer noch zu entwickeln. Ich fühlte mich manchmal wie ein kleines Kind, hilflos und gefangen in einer rosa Wattewelt. Bin ich vielleicht auch ein bißchen. Ich flechte gerne Kränze aus Gänseblümchen, singe laut und immerzu und würde am liebsten  meinen Einhornrucksack nur mit Schokoladenkeksen vollstopfen. Aber wenn ich ehrlich bin, dann weiß ich, wie man Erwachsenendinge macht. Ich mache meine Steuererklärung, führe einen Haushalt, arbeite und trage Verantwortung ( für sehr viele kleine Kinder), ernähre mich gesund und achte auf die Umwelt. Natürlich macht es einen nicht erwachsen, wenn man all das tut aber ich glaube, diese ganze Summe von tausend Kleinigkeiten ist schon was, was einen reifen lässt. 

In nicht einmal zwei Wochen werde ich die Frau von Jemandem sein. In einem Jahr vielleicht selber Mama.  Und darauf freue ich mich wahnsinnig.  Groß sein macht auch Spaß und nur weil man das ist, darf man trotzdem noch albern kichern, lachen bis man keine Luft mehr kriegt und am liebsten Alles in rosa haben.




Ihr habt hier schon viele Veränderungen mit mir mitgemacht und diese Große, die bald kommt, wird sicher nicht die Letzte sein aber der Blog, mein jetziges Ich, meine Arbeit  - das alles passt nicht mehr zusammen.  




 Der Schuh, in den ich jeden Tag immer wieder versuchte zu schlüpfen, drückte und war schließlich zu klein. Spätestens dann wird es Zeit, sich Neue anzuschaffen.

Ich bin angekommen, nur nicht da, wo ich gedacht habe und ich bin happy.

Das ist kein Abschied, sondern ein neuer Anfang. Umbruch liegt in der Luft.
Und ich hoffe, ihr geht auch diesen Weg wieder mit mir. 
Ich freue mich darauf! 


Kommentare:

  1. Noch eine, die noch sucht, aber eigentlich schon gefunden hat...

    Was heißt das schon - erwachsen sein? Das man sich nicht mehr ändert, das man nichts dazu lernt. Das wird wohl nie passieren... Ich bin gerne kindlich und manchmal unsicher. Bin ich deswegen weniger erwachsen?

    "Das Leben lässt sich nur rückwärts verstehen. Leben muss man es aber vorwärts." Sören Kierkegaard
    Und was morgen kommt, weiß man eh nicht. Von daher, liebe Tieneke, genießt jeden Schritt. Ich wünsche dir alles Gute!

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  2. Erwachsen sein war für mir als kind immer: alles wissen, keine freunde haben und über lauge und säure reden (jahrelang Thema am essenstisch, arbeit vom vater). Also das mit der Lauge und Säure habe ich erreicht, nur der Rest, da habe ich heraus gefunden, dass man das entweder nicht erfüllen muss oder nicht erfüllen kann.
    Vielmehr habe ich gelernt, dass man alles selbst gestalten sollte und sich nicht in dogment und konventionen quetschen sollte. als ich mein auto für de arbeit nach der uni kaufte, war ich sehr traurig. "da hast du gerade ein stück konventionsfreiheit verloren und dich mächtig angepasst." ich habe dann hier im neuen nahverkehrsbund versucht, mein leben mit den öffis so weiter zu führen. aber wenn man ein auto hat, dann kennt man auf einmal die totalen fahrzeiten. haustür - kindergarten stuttgart nord. auto: 1,5 h; öffis: 4h. oookay. Ja cool, dass ich jetzt nur 1,5 h brauch :) Auto doch nicht so doof.
    ich wurde aber auch schon angefeindet, dass ich keine kinder habe. Ich wurde gefragt, warum ich ein Heerenfahrrad habe. Warum ich meinen scheinwerfer selbst repariere - macht das nicht ihr mann für sie? ... äh nee XD emanzipation bedeutet, dass jeder seinen scheinwerfer selbst reparieren können soll. und essen kochen können soll.
    Wir machen aber auch Deals. Vom ikea kommend, schatzi baut tisch auf, ich koch essen. Hatte schlimme erfahrungen mit der hemnes-reihe und schatzi hatte an dem tag nicht die bohne bock zu kochen, also war das ok, auch wenns "hausmütterlich" aussah.

    Ich mag deine Transformation übrigens :) Die neuen Themen sind abwechselungsreich und toll.

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