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8. August 2014

Das kleine Nähkästchen

Letzte Woche Freitag war es, als ich Herrn Hase überreden konnte, 
doch mal mit mir in die Trödelscheune zu fahren. 
Trödelscheune - das Wort fand ich schon toll!

Und dort hab ich dann wirklich eine zauberhafte Entdeckung gemacht.
Ein Nähkästchen... genauso eines, wie ich es schon immer wollte
Und für 15Euro musste es nun mit.
Herr Hase hob mal wieder die böse Skepsiss-Braue.

 Aber ich wusste gleich, das kleine Ding hat Potential.
Natürlich musste es durch ein langes Umstyling.
ich kann euch sagen, ich habe noch nie ....
nie... nie.. niemals so lange an einem Gegenstand herum gepinselt.

Aber ich mag alte Sachen so von Herzen gern. 
Ich vermute, es ist aus den 50er-60er Jahren.
Ich frage mich so gerne, wem das Kästchen wohl vorher gehört hatte 
und was dieser Jemand darin aufbewahrte. 
Ob es vielleicht ein kleines Mädchen war, das unbedingt mal nähen 
wollte wie die Mama und es zu Weihnachten bekam.
 Oder eine junge Frau, die zum ersten Mal von Zuhause wegzog und 
deren Mama ihr das Kästchen schenkte, damit sie jetzt selbst Alles hat, 
was man so benötigt.
Ich schicke da meine Gedanken gerne auf die Reise*g*
 Das Kästchen war vorher beige-rot angemalt gewesen und faul wie ich bin,
streich ich ja immer einfach drüber. Sonst klappt das auch wunderbar aber diesmal
 ... Pustekuchen!
Die Chemie-keulen-farbe aus den 70gern platze immer wieder durch.

Also musste ich in den bösen sauren Apfel beißen,
diesmal zwei Schichten Farbe abschmirgeln und wegen kleiner Ecken und Kanten, 
musste ich das meiste davon auch noch mit der Hand machen.
Ich habe wirklich pingeligst jedes Fitzelchen Farbe entfernt, 
aus Angst, dass die Farbe wieder durchplatzt.
 Ich habe also vier Tage nur geschmirgelt, wie eine Verrückte.
Und dann nochmal gestrichen. 
In weiß und hellblau - das hatte ich direkt vor Augen gehabt.
Röschenmuster sollten auf die Deckelchen und die Schubladen mit
 niedlichem Papier ausgekleidet sein. 

Ich setzte mich ran und nach einer Woche Arbeit sieht es nun so aus.
 Was meint ihr, hat sich doch gelohnt, oder?

Am Schönsten war es natürlich als ich all meine Schätzchen einsortierte.
Ich räume wirklich gerne auf und um und sortiere Dinge - 
ein schon sehr praktischer Tick.
 Jetzt sitze ich an lauen Sommerabenden hier...

... höre klassische Musik aus dem Radio dudeln...
... sticke zufrieden vor mich hin und fühle mich dabei herrlich glücklich ...

... und ein bißchen wie Jane Austen *g*.
 Stitch musste auch gleich mal begutachten, was seine Mama denn da 
wieder tagelang  gebastelt hatte.
 An meinem Maltisch machte sich derweil eine andere Dame breit.
 Johanna grübelt schon seit Tagen an einem Geocaching-Code.
Sie hat mir gestern soviel davon erzählt, dass ich die ganze 
Nacht von tanzenden Hyroglyphen träumte.
Hier übrigens nochmal ein Voher-Bild von dem Nähkästchen.
Frau Spinne und Herr Staub hatten zuvor all ihre kleinen Flussen und Fusseln und den 
guten Dreck aus den letzten 40 Jahren darin aufbewahrt. 

 Noch ein paar Blümchen für euch zum Wochenendstart!
Und dafür das ihr meine lange Nähkästchenplauderei mitgelesen habt.
Genießt den Sommer, so lange er noch da ist!