8. Dezember 2013

Es war einmal...

 
Wunderbar passend zur Weihnachtszeit,
möchte ich euch heute eine neue Aktion vorstellen,
die ich gerne regelmäßig wiederholen würde.
 
Und zwar möchte ich euch entführen, in die wunderbare Welt der Märchen.
 
Ich habe in der Schule die Feststellung gemacht,
dass die Kinder heutzutage leider kaum noch "richtige" Märchen kennen,
wenn sie nicht von Disney sind. Nichts gegen Disney-Filme aber ich finde,
dass unser guter alter Märchenschatz weit mehr bereithält
und noch lang nicht auf den Dachboden gehört.
 
Ich habe mir vorgenommen, hier ab heute, Märchen vorzustellen.
Alte, bekannte, neue, spannende, romantische Geschichten,
Erzählungen voller Magie -
verdienen es erzählt zu werden.
 
Heute starten wir, mit meinem absolutem Lieblingsmärchen:
 
Es war einmal ein Königssohn,
der verliebte sich unsterblich in eine Prinzessin.
Er reiste in ihr weit entferntes Königreich und brachte ihr
zum Zeichen seiner Liebe die wunderbarsten Perlen mit.
 
Die Prinzessin war schön aber hochmütig und kaltherzig.
Sie schüttete die kostbaren Perlen auf den Fußboden,
als wären sie nichts als gewöhnliche Steine.
 
"Jeder Tölpel kann mir solche Perlen schenken." keifte sie.
"Ich will etwas Besonderes als Zeichen eurer Zuneigung.
Ich will das singende klingende Bäumchen!"
 
 
Und weil der Prinz sie so sehr liebte, machte er sich auf den weiten Weg
nach dem sagenumwobenem Wunderbäumchen.
Er reiste durch die ganze Welt und traf schließlich auf einen Zwerg.
Dieser besaß Zauberkräfte und machte sich einen Spaß daraus,
sein böses Handwerk auszuüben. Hinterlistig lachend, bot
er dem Prinz das Bäumchen an. Aber er solle sich hüten,
denn es würde nur singen und klingen, wenn die Prinzessin ihn wahrhaft liebte.
"Wenn sie das Bäumchen sieht, wird sie mich lieben." versicherte der Prinz.
Und sich dessen absolut sicher fügte er an:
"Wenn es nicht so sein soll, dann will ich ein Bär sein."
 
 
Der böse Zwerg lachte.
"Sagt so etwas nicht zu laut, sonst wird es noch wahr."
 
Der Prinz machte sich auf den langen Weg zurück zum Schloss.
"Hier bringe ich euch das Wunderbäumchen, Prinzessin." rief er überglücklich.
Die Prinzessin betrachtete das Bäumchen lange.
Aber es sang und klang nicht. Es tat überhaupt nichts Wunderbares.
"Ihr wollt mich wohl für dumm verkaufen!"
Wütend blickte sie ihn an.
"Ihr bringt mir einen gewöhnlichen Baum und
behauptet, es sei das singende klingende Bäumchen!
Schert euch davon!"
 
Der Prinz versicherte ihr viele Male, dass es das Zauberbäumchen sei,
aber die Prinzessin wollte nichts mehr davon hören.
Enttäuscht zog er davon und er war nur einige Schritte
gegangen, da verwandelte er sich plötzlich in einen Bären.
Der böse Zwerg hatte seine Drohung wahrgemacht.
 
 
Der König sprach lange auf die Prinzessin ein.
Er war sich absolut sicher, dass das Bäumchen,
was der Prinz dabei gehabt hatte, wirklich das
singende klingende Bäumchen gewesen sein musste.
Die Prinzessin überlegte kurz und schließlich entschied sie, dass ihr
Vater dem Prinzen hinterherreiten sollte um das Bäumchen zurückzuholen.
Der König liebte seine Tochter sehr und konnte ihr einfach keinen
Wunsch abschlagen. Also sprang er auf sein Pferd und ritt davon.
 
Nach einer Weile traf er einen Bären und dieser hatte
tatsächlich das Zauberbäumchen bei sich.
Der König bettelte, er möge ihm das Bäumchen überlassen,
weil seine Tochter es sich von Herzen wünschte.
"Unter einer Bedingung." sagte der Bär. "Ich will dafür das haben,
was euch im Schloss als Erstes begegnet."
Und weil der König wusste, dass ihn zuerst immer
sein Hund begrüßte, willigte er ein.
 
Die Prinzessin wartete unterdessen sehnsüchtig auf ihren Vater.
Als sie Hufgetrampel im Schlosshof hörte, schrie sie den Hund an,
er solle nachsehen, wer da sei.
Aber weil sie ihn immer getreten hatte und gemein zu ihm gewesen war,
gehorchte der Hund ihr nicht.
 
 
Sie musste also selbst nachsehen und war somit die Erste, die dem
König nach seiner Heimkehr begegnete.
 
Der König war panisch vor Angst.
Er befahl den Wachen, die Prinzessin Tag und
Nacht, nicht aus den Augen zu lassen und dafür zu Sorgen,
dass sie das Schloss nicht verließ.
 
Sie aber kümmerte sich nicht darum.
"Ich bin eine Prinzessin!" Wütend stampfte sie mit dem Fuß auf den Boden.
"Ich tue was ich will!"
Und so ging sie in den Schlossgarten.
 
Aber dort wartete der Bär schon auf sie.
All die Wachen mit ihren Schwertern waren machtlos gegen das riesige Tier.
Er schleppte die Prinzessin davon und entführte sie ins Zauberreich.
 
 
 
Ob die Prinzessin wieder heim findet, ihre Hochnäsigkeit überwindet, der Fluch des Prinzen gebrochen werden kann und das Bäumchen tatsächlich singt und klingt,
 dass müsst ihr euch selber anschauen.
 
Leider leider gibt es diese wunderbare Geschichte nur als Film
und nicht zum Selberlesen.
Aber der Film ist wunderschön und
ich kann euch wirklich sehr empfehlen.
 
Ich jedenfalls wünsche euch einen märchenhaften zweiten Advent!
 

Kommentare:

  1. Liebe Tieni,
    ach, war das schöööön !!!
    ...und sooooooo wunderbar gezeichnet !!!
    Wir haben Deine Märchenstunde sehr genossen ....
    Ganz dolle märchenhafte Grüße
    von Jeanette und Lavinia

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  2. Ich musste mir gleich den Film dazu anschauen, weil du mich so neugierig gemacht hast.
    Es ist übrigens eine tolle Idee von dir, es gibt so viele schöne (und auch lehrreiche) Märchen, die die meisten nicht mehr kennen. Ich besitze ein Buch mit typischen Sagen und Geschichten aus meiner Region und finde es unheimlich spannend. Und ganz besonders liebe ich das "1001 Nacht"-Buch. Mit diesen vielen Erzählungen, die sich von unseren doch so unterscheiden und trotzdem Gemeinsamkeiten aufweisen :)

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  3. Hallo Tieni,
    vielen Dank für die wunderbare Idee und die zauberhaften Zeichnungen. Ich liebe Märchen, verfilmt vorallem die russischen und die ehemaligen DDR-Verfilmungen. Zeichentalent ist bei mir nicht vorhanden, dafür sammle ich alte Märchenbücher und Kinderbücher, wenn es einmal soweit ist, kann ich meinen Enkeln viel vorlesen und zeigen.
    Liebe Grüße Bärbel

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  4. So schön, ich liebe Märchen, kenne Uch viele Grimmes die nicht bekannt sind. Und meine Tochter liebt Märchen und die Bilder ließen gerade Kinderaugen leuchten danke
    Jessi

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  5. Eine ganz wunderbare Idee wie ich finde.Toll gezeichnet und wirklich wirklich mega schöne Idee =D
    Ich liebe Märchen

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